Sicher schlafen, normale Schlafmuster und was helfen kann, wenn die Nächte anstrengend sind.
Schlaf bei Babys und Kleinkindern
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beurteilung und stellt keine Diagnose.
Sicher schlafen im ersten Lebensjahr
Diese Massnahmen senken das Risiko des plötzlichen Kindstods:
- Immer in Rückenlage schlafen legen, auch für Nickerchen.
- Im eigenen Bett im Zimmer der Eltern, mindestens in den ersten 6 Monaten. Ein am Elternbett angedocktes Beistellbett ist eine gute Alternative.
- Feste, flache Matratze. Keine Kissen, Decken, Nestchen, Felle oder Plüschtiere im Bett. Statt einer Decke einen passenden Schlafsack verwenden.
- Nicht überwärmen: Raumtemperatur etwa 18 °C, keine Mütze oder Handschuhe im Bett. Ob dem Kind zu warm ist, prüfen Sie mit dem Handrücken im Nacken.
- Keine geneigten Liegeflächen, kein Schlafen im Autositz, Kinderwagen oder in der Babyschale ausserhalb der Fahrt, keine beschwerten Schlafsäcke oder Decken.
- Rauchfreie Umgebung, in der Schwangerschaft und danach.
- Stillen wirkt schützend. Ein Nuggi zum Einschlafen kann ebenfalls schützen.
- Nicht mit dem Baby auf dem Sofa oder im Sessel einschlafen. Kein gemeinsames Schlafen im Bett, wenn Eltern geraucht, Alkohol, Medikamente oder Drogen genommen haben oder sehr übermüdet sind.
Wie viel Schlaf ist normal?
Der Schlafbedarf ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Als grobe Orientierung (inklusive Tagschlaf):
- 4–12 Monate: etwa 12–16 Stunden
- 1–2 Jahre: etwa 11–14 Stunden
- 3–5 Jahre: etwa 10–13 Stunden
Nächtliches Aufwachen ist bei Babys und auch bei Kleinkindern normal. Viele Kinder schlafen erst im Verlauf der ersten Lebensjahre durch.
Was beim Schlafen helfen kann
- Ein gleichbleibendes, kurzes Abendritual (z. B. Baden, Wickeln, Vorlesen, Lied).
- Regelmässige Zeiten für Aufstehen, Mahlzeiten und Schlafen.
- Tagsüber Licht und Bewegung, abends gedämpftes Licht und Ruhe.
- Keine Bildschirme in der Stunde vor dem Schlafen und nicht im Schlafzimmer.
- Kind gelegentlich müde, aber noch wach hinlegen, damit es das Einschlafen übt.
- Schlafmittel oder Melatonin nur nach ärztlicher Rücksprache.
Wenn es zu viel wird
Anhaltendes Schreien und wenig Schlaf können Eltern an ihre Grenzen bringen. Legen Sie das Kind dann sicher ins Bett, verlassen Sie kurz das Zimmer und holen Sie Hilfe. Ein Baby nie schütteln, Schütteln kann lebensgefährliche Hirnverletzungen verursachen. Unterstützung bieten die Mütter- und Väterberatung, die Kinderarztpraxis und der Elternnotruf (https://www.elternnotruf.ch).
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
- Lautes Schnarchen fast jede Nacht, Atempausen oder angestrengtes Atmen im Schlaf.
- Das Kind ist tagsüber auffallend müde, unruhig oder unkonzentriert trotz genügend Schlafzeit.
- Schreien, das sich über Stunden nicht beruhigen lässt, oder ungewöhnliches Schreien zusammen mit Fieber, Erbrechen oder Trinkschwäche.
- Wiederkehrende, auffällige Bewegungen oder Zuckungen im Schlaf.
- Wenn die Erschöpfung der Eltern sehr gross ist.
Sofort Notruf 144
- Das Kind atmet nicht oder hat längere Atempausen, ist blau oder sehr blass und schlaff.
- Das Kind ist nicht richtig weckbar.
- Krampfanfall.
Bei Verdacht, dass ein Kind Medikamente (z. B. Schlafmittel) oder andere giftige Stoffe eingenommen hat: Tox Info Suisse 145.