Welche Ausschläge häufig harmlos sind, wie der Glastest geht und wann sofort Hilfe nötig ist.
Hautausschlag beim Kind
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beurteilung und stellt keine Diagnose.
Häufig und meist harmlos
Hautausschläge sind bei Kindern sehr häufig. Die meisten entstehen im Rahmen von Virusinfekten und verschwinden nach einigen Tagen von selbst. Typische Beispiele sind das Dreitagefieber (Ausschlag erst, nachdem das Fieber vorbei ist), die Hand-Fuss-Mund-Krankheit oder ein Windelausschlag. Auch trockene, juckende Haut (Neurodermitis, atopisches Ekzem) ist bei Kleinkindern verbreitet.
Wichtiger als das Aussehen des Ausschlags ist, wie es dem Kind insgesamt geht: Trinkt es, spielt es, ist es gut wach?
Der Glastest
Drücken Sie ein durchsichtiges Glas fest auf die Flecken:
- Die Flecken verblassen unter dem Druck: Das ist meist ein gutes Zeichen.
- Die Flecken bleiben sichtbar (kleine rote bis violette Pünktchen oder Flecken): Das kann auf Blutungen in der Haut hinweisen. Zusammen mit Fieber oder einem kranken Kind ist das ein Notfall.
Bei dunkler Haut sind Flecken schwerer zu erkennen. Achten Sie dann auch auf die Innenseite der Augenlider, den Gaumen, Handflächen und Fusssohlen.
Was Eltern tun können
- Haut sanft reinigen, gut trocknen, bei trockener Haut regelmässig rückfettend pflegen.
- Windelbereich häufig wickeln, an der Luft trocknen lassen.
- Kratzen vermeiden: Fingernägel kurz halten, lockere Baumwollkleidung.
- Keine Kortison- oder Antibiotikasalben ohne ärztliche Rücksprache.
- Kinder mit fieberhaftem Ausschlag nach Möglichkeit von Schwangeren fernhalten, bis die Ursache geklärt ist (z. B. Ringelröteln, Windpocken).
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
- Säugling unter 3 Monaten mit Ausschlag und Fieber oder auffälligem Verhalten: am gleichen Tag.
- Ausschlag mit Fieber über mehr als 2–3 Tage, oder das Kind wirkt zunehmend krank.
- Bläschen, nässende, verkrustete oder sehr schmerzhafte Stellen, sich ausbreitende Rötung mit Wärme (mögliche Infektion).
- Rote Augen, rissige Lippen, rote Zunge und Fieber über mehrere Tage.
- Ausschlag nach Beginn eines neuen Medikaments.
- Starker Juckreiz, der den Schlaf stört, oder Ekzem, das trotz Pflege nicht besser wird.
- Wenn Sie als Eltern unsicher sind.
Sofort Notruf 144
- Flecken, die beim Glastest nicht verblassen, zusammen mit Fieber oder einem kranken Kind.
- Kind ist kaum weckbar, sehr schlapp, hat kalte Hände und Füsse oder einen steifen Nacken.
- Plötzliche Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge, Atemnot, pfeifende Atmung, Heiserkeit oder Erbrechen nach Essen, Medikament oder Insektenstich (schwere allergische Reaktion).
- Grossflächige Blasenbildung oder sich ablösende Haut.
Nach Kontakt mit einer Pflanze, Chemikalie oder einem Medikament, das ein Kind nicht hätte bekommen sollen: Tox Info Suisse 145.