Wann und wie Babys mit Brei und Fingerfood beginnen, was sie noch nicht essen sollten und wie man Verschlucken vorbeugt.
Beikost-Start
Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beurteilung und stellt keine Diagnose.
Wann beginnen?
In der Schweiz wird empfohlen, Beikost frühestens ab Beginn des 5. Lebensmonats und spätestens ab Beginn des 7. Lebensmonats einzuführen. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach dem Kind: Es kann mit Unterstützung aufrecht sitzen, den Kopf gut halten, zeigt Interesse am Essen und schiebt den Löffel nicht mehr reflexartig mit der Zunge hinaus. Muttermilch oder Säuglingsmilch bleiben daneben noch lange wichtig. Stillen kann neben der Beikost weitergeführt werden.
Wie beginnen?
- Mit einer Mahlzeit pro Tag beginnen, zum Beispiel einem Gemüsebrei, und kleine Mengen anbieten.
- Neue Lebensmittel nach und nach einführen. Ein Kind braucht oft mehrere Versuche, bis es einen neuen Geschmack annimmt.
- Früh eisenreiche Lebensmittel einplanen, etwa etwas Fleisch, Fisch, Ei oder Hülsenfrüchte, und dazu Vitamin-C-haltiges Gemüse oder Obst.
- Ohne Salz, Zucker, Honig oder Würzmischungen kochen.
- Spätestens ab der dritten Breimahlzeit zusätzlich zu trinken anbieten, am besten Wasser (Leitungswasser ist in der Schweiz geeignet). Keine gesüssten Getränke.
- Ob Brei, weiche Fingerfood-Stücke oder beides: Beides ist möglich. Wichtig ist, dass das Kind dabei aufrecht sitzt und beaufsichtigt wird.
Allergien
Lebensmittel, die häufig Allergien auslösen (z. B. Ei, Erdnuss, Fisch, Weizen), sollen nicht absichtlich hinausgezögert werden. Eine frühe, regelmässige Einführung im ersten Lebensjahr kann das Allergierisiko eher senken. Erdnüsse nur als feines Mus oder Pulver, nie ganz. Bei Kindern mit schwerem Ekzem oder bekannter Allergie den Start vorher mit der Kinderarztpraxis besprechen.
Was noch nicht geben?
- Honig im ersten Lebensjahr (Risiko für Säuglingsbotulismus).
- Kuhmilch als Getränk vor 12 Monaten. Kleine Mengen in Brei oder als Joghurt sind möglich.
- Ganze Nüsse, ganze Trauben, rohe harte Gemüsestücke, Popcorn und ähnliches bis ins Kindergartenalter (Erstickungsgefahr). Trauben und Cherrytomaten längs vierteln.
- Rohe oder halbrohe tierische Lebensmittel (Rohmilch, rohes Ei, rohes Fleisch, roher Fisch).
- Reisgetränke als Milchersatz (Arsengehalt) sowie pflanzliche Getränke als Ersatz für Muttermilch oder Säuglingsmilch.
Vitamin D
Im ersten Lebensjahr wird in der Schweiz allen Säuglingen täglich Vitamin D in Tropfenform empfohlen (400 IE), unabhängig von der Ernährung. Im 2. und 3. Lebensjahr beträgt der Bedarf 600 IE pro Tag. Tropfen werden dann empfohlen, wenn das Kind nicht genügend Sonne bekommt, etwa wegen Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor oder einer chronischen Krankheit. Präparat und Dosierung besprechen Sie am besten mit Ihrer Kinderarztpraxis, der Hebamme oder der Mütter- und Väterberatung.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
- Das Kind nimmt nicht zu, verweigert über längere Zeit fast jede Nahrung oder hat ständig Durchfall oder Erbrechen.
- Nach einem neuen Lebensmittel treten Nesselsucht, Schwellungen oder Erbrechen auf (ohne Atemnot).
- Würgen, Husten oder Schwierigkeiten beim Schlucken bei fast jeder Mahlzeit.
- Bei veganer Ernährung des Kindes: unbedingt ärztlich und durch eine Ernährungsfachperson begleiten lassen.
Sofort Notruf 144
- Das Kind verschluckt sich und kann nicht mehr atmen, husten oder schreien, oder läuft blau an.
- Nach einem Lebensmittel: Atemnot, pfeifende Atmung, Schwellung von Lippen oder Zunge, Schlappheit oder Bewusstseinsstörung.
Ein Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder hilft, bei Verschlucken richtig zu reagieren. Bei Verdacht, dass ein Kind etwas Giftiges gegessen hat: Tox Info Suisse 145.